Freitag, 5. August 2011

Zweifel, Aufgabe und ähnliches

Immer wieder zweifle ich an so gut wie allem. Ein schönes Beispiel dafür ist eine heute geführte Diskussion über "Die Entstehung".

Manche sagen wir stammen von den Affen ab, andere behaupten wir seien von Gott erschaffen. Was sollen das für Antworten sein? Doch wohl kaum eine, die die Frage "Woher kommen wir?" beantwortet. Egal was man glauben mag, letztlich stellt sich die Frage, woher kam das vorherige.

Menschen und Affen haben vieles gemeinsam, zuvieles um es zu leugnen. Also gut, wir stammen von denen ab. Aber was war vorher und was war davor? Irgendwo landen wir dann bei der Ursuppe und den Einzellern und noch weiter davor ist dann schon bald der Urknall oder so.

Letztlich dürfte alles Zufall gewesen sein. Ob nun Gott zufällig entstand und sich aus Langeweile ein Terrarium voller Halbaffen... entschuldigung, voller Menschen erschuf oder ob der Zufall direkt das Leben erschuf, wie wir es zu kennen glauben.


Aber  Zweifel führen doch auch immer zur Frage, wieviel soll man noch ertragen, wieviel soll man noch in einen wohl aussichtslosen Kampf investieren. Wenn soviele Menschen einen am liebsten ausmerzten, wieso soll man denen nicht ihren Willen lassen und es allenfalls sogar selbst tun? Wäre das nicht Uneigennutz in seiner reinsten Form, wenn ich einfach der Mehrheit nachgebe und sogar niemand anderem die Aufgabe überlasse, mich auszumerzen? Niemand braucht sich dann schuldig fühlen, weil es sicherlich meinem Hang zu diesem oder jenem anzukreiden ist, dass ich diese "schändliche Tat" durchgeführt habe. Aber eines ist klar, sollte es jeeeemals dazu kommen, dass ich aufgebe, dann liegt das nur an der Gesellschaft, die alles daran setzt, mich auszumerzen; dies jedoch nicht direkt tun kann, sondern mich in den Suizid zu treiben versucht mittels Mobbing, Diskriminierung und ähnlichem.


Doch manche meinen ich hätte Glück, weil meine Familie grösstenteils hinter mir steht. Dabei muss ich sagen, kommen sie doch schlicht damit zurecht, was mit mir los ist, wirklich akzeptieren und damit gut umgehen, können sie nach wie vor nicht. Aber da ist eh die Haltung dahinter, dass die Familie einen Lieben muss, sofern sie wirklich eine Familie ist. Ausserhalb der Familie gibt es eine Person, die mich so nehmen kann, wie ich bin. Traurig finde ich, obschon nun sicher manche sagen, dass Andere gar niemanden haben. Das stimmt sicher, doch ist dies vielleicht sogar ein Vorteil, denn dann ist keiner da, der einen zurückhält und von dem man weiss, dass es ihn schwer treffen würde, würde man aufgeben. Also gibt man nicht auf und kämpft weiter, obwohl man innerlich vielleicht schon längst aufgab. Man wird ständig mehr ausgehöhlt, verliert immer mehr an Energie, bis man erneut zusammenbricht und sich die immer wieder gleichen Fragen stellt: Wieviel soll ich noch ertragen?


Ich kann daher verstehen, wieso sich die Mehrheit den (zumeist idiotischen) gesellschaftlichen Konventionen unterwirft. Es ist schwer, dagegen anzukommen. Erst recht, wenn man (relativ) offensichtlich so anders ist. Ich fühle mich daher sehr oft als den Menschen nicht zugehörig. Denn ich BIN anders, ich denke selber, ich tue soweit möglich, was ich als richtig finde und nicht was die Gesellschaft als richtig empfindet. Eines meiner Mottos lautet daher auch: "Leben und leben lassen, solange niemandem geschadet wird." Jemanden ändern zu wollen, ist erst dann rechtens, wenn anderen von demjenigen geschadet wird. Ansonsten soll der dies (was auch immer) tun, denn es ist sein "Bier". Aber nein, immer wieder müssen sich alle einmischen und meinen, es besser zu wissen und das finde ich übel.

 

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