Ich persönlich empfinde es als notwendig, dass man jedweder Existenz ein gewisses Mass an "Grundrespekt" entgegenbringt. Existenzieller Respekt.
Dieser beinhaltet vorallem den Respekt vor der Existenz an sich -> was existiert, verdient diesen Respekt. Somit gilt dieser Respekt nicht nur angeblichen Respektspersonen oder sonst irgendwie künstlich erhobenen "Menschen" sondern absolut allem, jedem Menschen, Tier, Pflanze, allfälligen Nicht-Erdlingen (und damit in gewissem Sinne auch der gesamten Umwelt). Denn sie existieren und damit verdienen sie auch, dass man ihre Art des Denkens, Handelns und Glaubens respektiert.
Dieser Respekt gilt auch für Schwerstverbrecher, wobei auch ich öfters Mühe habe, diesen Respekt zu gewähren, aber ich gebe mir Mühe, denn letztlich muss man auch die Frage beantworten, wieso diese Menschen soweit gingen.
Aber ich schreibe dies hier nicht, weil Verbrecher zu wenig Respekt erhielten, sondern weil es schon sehr viel früher beginnt. Beispielsweise verlangen ältere Menschen, dass man sie aufgrund des Alters respektiert. Dies finde ich teils richtig - da sie existieren, verdienen sie Respekt - aber... Junge Menschen verdienen ebenfalls Respekt, denn sie existieren und fühlen genauso. Doch hier fehlt es dann oft an Respekt und ich bin inzwischen zu der recht extremen Theorie gelangt, dass diese Respektlosigkeit gegenüber Kindern oder Jugendlichen damit zusammenhängt, dass diese oftmals als Eigentum angesehen werden. Kinder, aber oft auch Jugendliche, werden zu selten als eigenständige Wesen angesehen, stetig werden sie mit den Eltern in Verbindung gebracht, da diese ja die Verantwortung haben.
Aber Verantwortung geht nicht einher mit Besitztum.
Gerade letzthin erlebte ich selbst so etwas mit meiner Mutter. Ich sah etwas am Boden liegen, was für mich wie gebrauchter Verbandsstoff aussah, weshalb ich es nicht anfassen wollte. Meine Mutter hob es auf und meinte, es sei nur ein Spielzeug der Katze und wollte es mir geben. Bei mir war jedoch die falsche Assoziation noch zu sehr im Vordergrund, weshalb ich mich weigerte - zumal es eh unwichtig war, ob ich es nun anfasse oder nicht. Aber meine Mutter respektierte meine Entscheidung nicht und warf es mir ins Gesicht.
Ich war sauer!
Soviele Beispiele wie ich für Respektlosigkeit bringen könnte, dieses eine reicht bereits, denn es zeigt perfekt auf, dass meine Entscheidung nicht respektiert wurde, nur weil sie vom Gegenüber als lächerlich angesehen wurde. Dies ist Respektlos. Niemand ausser mir, kann für mich entscheiden, was ich tue (solange ich damit niemandem Schaden zufüge). Dies wäre Respekt und zwar jener Respekt von dem ich hier schreibe.
Ich glaube ausserdem, dass existenzieller Respekt anderen gegenüber auch eher bei Humanities zu finden sind, denn die Mankinds müssen ja andere zerstören können und da wäre Respekt bloss im Weg.
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