Samstag, 27. August 2011

Mankind or humanity?

Im Englischen gelten beide Wörter als dasselbe: Menschheit. Natürlich wurden früher, als das Wort entstand, nur Männer als Menschen angesehen und daher ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass Mankind zuerst da war.

Aus meiner Sicht - und ich weiss, dass ich damit nicht alleine bin - sind die beiden Worte jedoch überhaupt nicht dasselbe oder das Gleiche. Eher im Gegenteil.

Mankind würde ich eher als Mannheit bezeichnen, jedoch kommt auch das nicht ganz hin, denn ich schätze, dass Mankind aus rund 90% Männer und bis zu 20% Frauen besteht. Wohingegen Humanity aus rund 80% Frauen und den restlichen rund 10% Männer besteht.

Wieso ich das so differenziere liegt wahrscheinlich nicht so eindeutig auf der Hand. Aber Humanity heisst nicht nur Menschheit sondern auch Menschlichkeit und genau daran hänge ich den Hauptunterschied auf. Menschlichkeit ist etwas was Mankind so gut wie gar nicht in sich hat.

Denn der Mankind geht es um Konkurrenz, Macht, Beherrschen oder wie es schon in der Bibel steht: Untertan machen.

Wohingegen Humanity eben auch vieles mit Menschlichkeit gleichsetzt, Solidarität, Mitgefühl und füreinander da sein, einander helfen. Dies sind Dinge, die die Menschlichkeit ausmachen und somit (leider) nur in der Humanity vorhanden sind.

Wer zur Mankind gehört, legt wert auf Status, Macht und dergleichen. Er bekämpft alle, die ihn gefährden oder ihm die genannten Dinge gar wegnehmen wollen. Ebenfalls sieht diese Gruppe andersartiges als gefährlich an, was darum bekämpft werden muss. Da die Mehrheit von Mankind aus Männer besteht, ist beispielsweise alles weibliche andersartig, sprich gefährlich, und muss daher bekämpft werden.
Man sehe sich nur einmal um, in den Chefetagen von Firmen oder in der Politik, selbst wenn da eine Frau sichtbar ist, so mussten die meisten von ihnen - vielleicht sogar alle -  sich an die Mankind'sche Art anpassen, um so weit kommen zu können.

Allerdings ist nun Humanity nicht mit purer Weiblichkeit gleichzusetzen, dies wäre wiederum falsch. Man denke hier einmal an Henry Dunant. Seine Menschlichkeit und sein Mitgefühl für verwundete Soldaten führten letztlich zur Entstehung des Roten Kreuzes. Aber Humanity wirkt auch im kleinen, wie in der eigenen Familie oder die Versorgung der Gebrechlichen und Ähnliches.

Wenn ich sehe, wie Altersheime heute arbeiten - eben Mankind-mässig - dann graust es mir, denn es geht um's liebe Geld. Menschen werden nur noch vom Bett, an den Tisch chauffiert und wieder zurück. Letzthin fragte ich mich, was eigentlich der Unterschied zwischen einem Altersheim und einem Friedhof ist. Der einzige den ich fand war, das Warten. Im Altersheim warten die Menschen auf den Tod, denn, dass diese Menschen Leben, davon kann kaum noch gesprochen werden, viel eher sind es Untote, noch nicht gestorbene, aber doch bereits halb vergessene.

Wir leben in einer Mankind-Gesellschaft, welche fast keinerlei Humanität mehr besitzt. Letzthin kam mal wieder das Thema Vorschule auf und die angebliche Vorbereitung von Kindern auf die Welt. Meine Mutter meinte dazu, dass heutzutage nicht mehr Kinder erzogen sondern stattdessen Roboter gezüchtet würden. Sie hat recht, denn Kinder sollten Kinder sein dürfen und nicht schon im Baby-Alter Baby-Zeichensprache lernen oder ähnlichen Unsinn. Kinder werden dadurch nur zerstört, aber sie sollen ja irgendwann als Erwachsene Roboterlike malochen.

Ich muss daher zugeben, ich bin im Sinne dieser Mankind-Gesellschaft nicht "sozialisierbar". Ich bin kein Roboter. Ich kann nicht sinnlose Arbeit verrichten, nur um überhaupt irgendwas zu tun, weil ich ja sonst Arbeitslos bin und sowas absolut frevlerisch ist. Ich müsste meine Menschlichkeit, meinen Sinn für Gerechtigkeit und so einige andere Prinzipien verraten, wollte ich ein "ehrbares Mitglied dieser Gesellschaft" sein.

Aber hier stehe ich und sage nein. Ich verrate mich nicht.

Ich bin Teil der Humanity! 

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